Ayurvedische Küche: Ghee selber machen

Ich zeige euch, wie man ganz einfach Ghee selber machen kann.

Ghee (ausgesprochen: Gieh) ist vor allem aus der ayurvedischen Küche bekannt. Insbesondere in Indien und Pakistan ist Ghee aus der alltäglichen Küche nicht wegzudenken.

Ghee – was ist das eigentlich?

Ghee ist im Grunde nichts anderes als geklärtes und gereinigtes Butterfett. Die Herstellung von Ghee ist relativ unkompliziert und daher kann man einfach Ghee selber machen. Bei der Herstellung von Ghee wird normale, ungesalzene Butter erhitzt, wodurch sich das in der Butter enthaltene Milcheiweiß und Milchzucker vom Fett trennen. Schöpft man diesen Schaum ab, bleibt klares, gereinigtes Butterfett übrig. In Indien und Pakistan wird Ghee bereits seit Jahrtausenden verwendet. Das gereinigte Butterfett ist leichter verdaulich und soll sogar entgiftend wirken. Daher wird Ghee in der ayurvedischen Küche als Speisefett zum Braten und Frittieren genutzt. Durch die Reinigung der Butter von Milcheiweiß eignet sich Ghee auch besonders für Menschen, die an einer Milcheiweiß- bzw. Lactoseunverträglichkeit leiden. Ghee ist zudem viele Monate lang haltbar und lässt sich beim Kochen sehr stark erhitzen.

Ghee selber machen – so einfach geht’s!

Um Ghee herzustellen benötigt man lediglich normale, ungesalzene Butter. Als weitere Utensilien werden ein Kochtopf, ein Schaumlöffel, ein Behälter für das Ghee sowie ein feines Sieb oder Küchenpapier benötigt.

Ghee selber machen - Die benötigten Utensilien

Ghee selber machen – Die benötigten Utensilien

Ghee selber machen – Zubereitung
  • In einem Topf wird die Butter langsam erhitzt – man kann gleich mehrere Stücke Butter verwenden, wenn man möchte. Es empfiehlt sich Bio-Butter zu verwenden! Man benötigt ein wenig Geduld, denn je langsamer die Butter erhitzt und geschmolzen wird, desto besser wird das Ergebnis!
    Butter schmelzen

    Butter im Topf langsam schmelzen

  • Wenn die Butter anfängt zu köcheln, bildet sich weißer Schaum. Das ist das Eiweiß aus der Butter, dass sich nun vom Butterfett trennt. Der Schaum wird nach und nach abgeschöpft, bis das Butterfett immer klarer wird. Dieser Vorgang kann ziemlich lange dauern – man muss wirklich geduldig sein!
    Schaum abschöpfen

    Schaum mit einem Löffel abschöpfen

  • Vorsichtig mit der Hitzezufuhr, damit das Butterfett nicht anfängt anzubrennen!
  • Ist die geklärte Butter goldgelb und klar, kann sie über ein sehr feines Sieb oder Küchenpapier heiß in ein Gefäß umgefüllt werden. Das Ghee ist nun fast fertig – es kühlt langsam ab und wird dann zu einer festen gelben Masse.
    Behälter mit Sieb aus Küchenpapier

    Behälter mit Sieb aus Küchenpapier

  • Ghee bitte nicht im Kühlschrank aufbewahren! Es hält sich im verschlossenen Gefäß über mehrere Monate.

 

Wer sich die Arbeit nicht machen möchte, kann Ghee natürlich auch bereits fertig kaufen.

Ghee gibt es in Reformhäusern und Bioläden zu kaufen und natürlich auch Online, bspw. bei amazon.de*.

 

Das Rezept als kostenloser Download (PDF)

>> Mehr zum Thema: Was ist der Unterschied zwischen Butterschmalz und Ghee?

 

Schaut euch doch auch unsere anderen Rezepte an und lasst euch inspirieren! Wie wäre es zum Beispiel mit einem selbstgemachtem Walnuss-Tomaten-Pesto?

 

8 Antworten

  1. Zauberkoch sagt:

    Ghee stelle ich auch immer wieder selber her. Mich überzeugt der reine Geschmack und vor allem die hohe Erhitzbarkeit.
    Hat das Sieben mit dem Küchenpapier gut funktioniert? Ich habe immer ein feines Küchensieb verwendet, da ist mir aber kaputt gegangen. Bevor ich mir ein neues anschaffe, wollte ich mich da mal erkundigen.

    Gruß vom Zauberkoch!

    • greenlove sagt:

      Hallo Zauberkoch,
      für das einmalige Herstellen von Ghee ist die Variante mit dem Küchenpapier ausreichend. Wenn du das aber öfter herstellst, würde ich dir doch ein richtiges Sieb empfehlen, da sich das Küchenpapier schnell vollsaugt.
      Viele Grüße

  2. Freundin sagt:

    Warum soll das Ghee nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden?

    • Sandra sagt:

      Wenn Ghee im Kühlschrank aufbewahrt wird, kann es passieren, dass es schneller ranzig wird. Denn wenn man den Behälter zum Kochen immer wieder aus dem Kühlschrank nimmt und sich dadurch die Temperatur verändert, können Kondenstropfen entstehen, die das Ghee ranzig werden lassen.
      Grundsätzlich kann man das Ghee im Kühlschrank aufbewahren, muss dann aber immer für eine gleichmäßige Temperatur sorgen. Dann ist Ghee auch länger haltbar, als bei der Aufbewahrung bei Zimmertemperatur.

  3. Schnüfi sagt:

    Eine ganz große Frage bewegt mich, kann man das eliminierte Eiweiß noch für irgendwas verwenden?

    • Sandra sagt:

      Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke man könnte es noch verwenden, wenn man ungefähr zeitgleich sowieso kocht, vielleicht für Suppen oder Saucen. Aufheben würde ich das aber nicht und ob es wirklich schmeckt oder das gekochte Essen bereichert, kann ich dir so spontan leider auch nicht sagen.
      Viele Grüße, Sandra

  4. Alia sagt:

    Kann mir bitte jemand sagen wie man Brahmi Ghee selbst machen kann?
    Vielen Dank im voraus.

    • Sandra sagt:

      Liebe Alia,
      soweit ich weiß ist Brahmi eine Pflanze, die in der ayurvedischen Medizin als Nerventonikum verwendet wird. Eine Anleitung dessen kann und will ich dir hier nicht geben, da ich Ghee lediglich zum Kochen verwende und damit nicht auf gesundheitliche Wirkungen ziele. Da die Einnahme einer Pflanze wie Brahmi Nebenwirkungen verursachen kann, möchte ich dich bitten auf eine Selbstmedikation zu verzichten und einen Experten in ayurvedischer Heilkunst zu konsultieren.
      Viele Grüße, Sandra

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