Rezept mit Eicheln: Eichelkaffee selber machen

Mit etwas Aufwand kann man eine Alternative zu „normalem“ Kaffee direkt aus der Natur herstellen: Eichelkaffee selber machen.

Im Herbst sind sie überall in Laubwäldern zu finden: Eicheln. Die Nussfrüchte sind essbar, wenn sie vor der Verwendung gewässert werden. In einem anderen Beitrag habe ich bereits darüber geschrieben, dass Eicheln essbar und vor allem sehr nahrhaft sind.

Zugegeben ist das „Kochen“ mit Eicheln aber recht aufwändig. Denn die Nussfrüchte sind umhüllt von einer relativ weichen Schale, die sich nur schwer schälen lässt. Man wird also vermutlich nicht komplett auf Eichelkaffee als koffeinfreie Variante des Kaffees umsteigen. Dennoch lohnt sich meiner Ansicht nach die Zubereitung, da der Geschmack sehr fein nussig ist und es für mich eine sehr spannende Geschichte ist, sich der Früchte der Natur zu bedienen.

Eichelkaffee selber machen – so geht’s

Ihr benötigt:

  • 1-2 Hände voll Eicheln
  • 2 Schüsseln
  • 1 Nussknacker
  • 1 Messer
  • Wasser
  • 1 Pfanne
  • 1 Mörser oder Mixer

Die frisch gesammelten Eicheln lasst ihr 1-2 Tage lang an der Luft trocknen. Dadurch schrumpft die Frucht im Innern der Schale etwas zusammen und lässt sich somit leichter schälen. Um die Eicheln zu schälen verwendet ihr am besten einen Nussknacker. Damit wird die Schale ringsum angeknackst und dann entfernt. Das ist zugegeben recht mühsam.

Tipp: Wenn die braune Haut an der Nuss und nicht an der Schale hängen bleibt, könnt ihr die geschälten Eicheln mit kochendem Wasser übergießen, kurz ziehen lassen und dann das Wasser wieder abgießen. So sollte sich die feine, aber bitter schmeckende Haut leicht abschälen lassen.

Ganz wichtig: Die geschälten Eicheln müsst ihr wässern. Denn rohe Eicheln enthalten Gerbstoffe, die für uns Menschen giftig sind und zu Übelkeit oder Durchfall führen können. Man merkt das auch daran, dass die Eicheln in rohem Zustand sehr bitter schmecken. Daher legt man die Eicheln in eine Schüssel mit Wasser. Die Gerbstoffe sind wasserlöslich und das Wasser verfärbt sich gelblich. Erst wenn das Wasser klar bleibt, sind die Eicheln genießbar.

Die gewässerten und wieder getrockneten Eicheln schneidet ihr mit einem Messer in kleine Stücke. Diese werden in einer Pfanne ohne Öl bei mittlerer Hitze geröstet. Das sollte langsam geschehen, damit die Eichelstückchen nicht schwarz werden.

Eicheln geröstet

Die gerösteten Eicheln im Mörser oder in einem guten Mixer zu Mehl mahlen.

Zubereitung von Eichelkaffee

Für eine Tasse Eichelkaffee nehme ich einen Teefilter, in den ich etwa 2 TL Eichelmehl gebe. Mit heißem Wasser übergießen und einige Momente lang ziehen lassen. Der Kaffee verfärbt sich in der Tasse goldgelb. Verfeinert mit etwas Zimt und leicht gesüßt schmeckt der Eichelkaffee wunderbar nussig.

Eichelmehl für Eichelkaffee

Probiert es mal aus! Eichelkaffee selber machen ist zwar recht aufwändig, das Ergebnis lohnt sich aber durchaus.

Übrigens: Das Eichelmehl lässt sich nur wenige Tage aufbewahren, da es recht feucht ist und damit schnell ranzig wird. Für einige Tage könnt ihr das Mehl aber in einem luftdichten Behälter aufbewahren und immer eine Tasse Eichelkaffee genießen, wenn euch danach ist.

Sandra

Warum es die Grüneliebe gibt? Weil ich mit Leidenschaft in meinem Garten bin und frische, gute Lebensmittel liebe. Meine Erfahrungen und Erlebnisse gebe ich euch auf grüneliebe.de weiter und hoffe euch damit zu inspirieren. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

2 Antworten

  1. Andrea Wernhart sagt:

    Hallo!
    Habe eben deinen Artikel zum Eichelkaffee entdeckt. In einem alten Buch (Gottessegen in der Pflanzenwelt von Joh. Alf. Alsamer, 1903) habe ich ein Rezept zur Zubereitung gefunden, das ich dir gerne schicken möchte:

    Die Eicheln werden zuerst in kleine Stücke zerschnitten, diese zweimal mit siedendem Wasser angebrüht, bis zum Erkalten stehen gelassen, dann im Backofen oder Ofenrohr gedörrt, von den doppelten Schalen abgeschält und nun erst geröstet.
    Zur Bereitung eines richtigen Eichelkaffees nehme man auf 1 Liter Wasser 10 bis 20 Gramm gemahlene Eicheln. Dann kann man auch die Hälfte wirklichen Kaffee nehmen oder einen Esslöffel voll Kathreiners Malzkaffe zusetzen.
    Durch Zusatz von gleichen Teilen gerösteter Kakaobohnen und Zucker zu den gepulverten Eicheln lässt sich eine sehr gute Schokolade herstellen.
    Der Eichelkaffee ist gut gegen Verdauungsschwäche, Abzehrung, Skropheln und Gliederkrankheit, wenn kein entzündlicher Zustand mehr vorhanden ist.
    Kindern, die an der sogenannten englischen Krankheit und Knochenschwäche leiden, ist er besonders zu empfehlen. Man gebe ihn, mit Zucker oder Honig und Milch vermischt, dreimal täglich je eine Tasse.
    Man sollte dem Eichelkaffee viel mehr Ehre antun, ihn nicht den Kindern vorenthalten; richtig zubereitet ist er sehr gesund und dabei auch wohlschmeckend.

    Ich hoffe, das war auch für dich interessant.

    Liebe Grüße,
    Andrea

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