Ungebetene Plagegeister – Schädlinge an Pflanzen

Schildläuse natürlich bekämpfen

Sie können einem das Hobby ganz schön vermiesen – Schädlinge an Pflanzen.

Hier findet ihr eine Auflistung der häufigsten Plagegeister und was ihr gegen sie unternehmen könnt.

Ameisen, Blattwespe, Blattläuse, Blutläuse, Drahtwurm, Engerlinge, Erdfloh, Frostspanner-Raupe, Gemüsefliege, Raupen, Schildläuse, Schnecken, Spinnmilben, Thripse, Wanzen, Weiße Fliege, Wurzellaus

Ameisen

Ameisen haben deshalb einen schlechten Ruf, weil sie Blattläuse vor anderen Insekten schützen. Abgesehen davon sind Ameisen nicht schädlich. Sie sind sogar insofern nützlich, als dass sie sich von anderen Schädlingen wie z.B. Raupen ernähren.

Blattwespe

Die Larven von Blattwespen werden in Obstbäumen, Gemüsepflanzen und auf Rosen abgelegt. Diese Schädlinge an Pflanzen sind sehr verfressen und richten, wenn sie in großen Mengen auftreten, großen Schaden an.

  • Einzelne Larven können mit der Hand abgesammelt werden. Im Winter sollte der Boden aufgelockert werden. Dadurch werden die überwinternden Larven von Vögeln gefunden und gefressen.

Blattläuse

Blattläuse sind wohl die bekanntesten Pflanzenschädlinge. Doch ihr Ruf ist oft schlechter als der Schaden, den sie anrichten. Die kleinen, etwa 2 mm großen Tierchen sind grün, schwarz oder orange. Sie bevorzugen junge Triebe und Knospen, aus denen sie den Pflanzensaft saugen. Zu finden sind die kleinen Tierchen zumeist auf der Unterseite der Blätter.

  • Blattläuse sind auch ohne chemische Mittel recht leicht zu bekämpfen. Die Tierchen können von der befallenen Pflanze mit einem kräftigen Wasserstrahl, den man auch auf die Unterseite der Blätter richtet, abgewaschen werden. Achten Sie aber darauf, dass sich durch diese Maßnahme keine Staunässe im Topf bildet. Sind nur wenige Blattläuse zu finden, können diese auch mit der Hand abgestreift werden. Chemische Mittel sollten nur im äußersten Fall eingesetzt werden, um die Pflanze und Ihre Früchte nicht zu belasten.

Blattläuse Nahaufnahme

Blutläuse

Durch Blutläuse gefährdet sind Apfelbäume. Die rötlich-braunen Tierchen saugen den Pflanzensaft aus Ästen und Wurzeln, wodurch Wucherungen an den betroffenen Stellen entstehen.

  • Hilfreich ist ein Abspritzen des Baumes mit Seifenlauge. Der natürliche Feind von Blutläusen ist die Blutlauszehrwespe, die im Garten die Ausbreitung der Schädlinge eindämmen kann.

Drahtwurm

Der Drahtwurm ist die Larve des Saatschnellkäfers. Die bis zu 5 cm langen, gelblich-weißen Schädlinge mit braunem Kopf vergreifen sich an Wurzeln von Erdbeeren, vielen Gemüsepflanzen und Kartoffeln. Leider wird dadurch der entstandene Schaden an den Pflanzen erst spät bemerkt.

  • Wird die Erde regelmäßig gehackt und gelockert, wird die Ausbreitung der Larven verhindert. Ein natürlicher Trick hilft gegen die Würmer: Locken Sie die Schädlinge mit einem Köder an. Verwenden Sie dazu eine aufgeschnittene Kartoffel, die sie mit der Schnittseite nach unten in den Boden graben. Die so angelockten Würmer können nach ein paar Tagen einfach aufgesammelt werden. Bei vermehrtem Befall muss der Köder regelmäßig kontrolliert und die Schnittstelle erneuert werden.

Engerlinge

Engerlinge sind die Larven des Gartenlaubkäfers, Mistkäfers, Maikäfers und Rosenkäfers. Die Schädlinge an Pflanzen fressen die Wurzeln von Kartoffeln und Junggemüse.

  • Natürliche Feinde der Larven sind Igel, Maulwürfe und Vögel. Hacken Sie den Boden regelmäßig. Dadurch sind die Schädlinge von ihren natürlichen Feinden leichter zu finden.

Erdfloh

Entgegen seinem Namen ist der Erdfloh ein Käfer, der sich vor allem an Kohl, Radieschen, Rettich und Mais zu schaffen macht. Erdflöhe fressen die Blätter der Pflanzen, ihre Larven ernähren sich hingegen von den Wurzeln, wodurch Schäden an Jungpflanzen entstehen.

  • Auch hier hilft am besten regelmäßiges Hacken und Lockern des Bodens. Gießen und mulchen Sie den Gartenboden, da Erdflöhe konstante Feuchtigkeit nicht mögen. Bei einer zu großen Ausbreitung des Erdflohs kann eine Behandlung mit Wermutsud helfen.

Frostspanner-Raupe

Die Raupe des kleinen Frostspanners ist oft in Obstbäumen – vor allem Kirsche, Apfel und Pflaume – zu finden. Sie verspeist im Frühjahr gerne Blätter, Blüten und Knospen und richtet damit großen Schaden an.

  • Hilfreich gegen diese Schädlinge an Pflanzen sind Leimringe am Baumstamm. Leimringe sind Papier- oder Kunststoffstreifen, an deren klebriger Oberfläche die flügellosen weiblichen Frostspanner hängenbleiben und somit ihre Eier nicht in den Baumkronen ablegen können. Befestigen Sie die Leimringe im Herbst an den Bäumen. Sind dennoch Raupen geschlüpft, kann der natürliche Feind der Raupe, der Vogel, behilflich sein.

Gemüsefliege

Die Gemüsefliege befällt verschiedene Gemüsearten. Es gibt verschiedene Arten der Schädlinge an Pflanzen, z.B. Möhrenfliege oder Kohlfliege. Die Larven verspeisen die Samen, Keimlinge und Wurzeln der Pflanze und fressen sich sogar in die Frucht hinein.

  • Um einen Befall der Gemüsefliege zu verhindern, sollten direkt nach der Aussaat der Gemüsepflanzen engmaschige Netze darüber gespannt werden. Achten Sie darauf, dass vor allem auch die Seiten dicht sind. Hat diese Maßnahme nicht geholfen, können befallene Pflanzen mit Rainfarn oder Salbei gespritzt werden. Bei starkem Befall hilft nur noch das Entfernen und Verbrennen der Pflanzen.

Raupen

Raupen ernähren sich von den Blättern vieler Pflanzen. Auffällig sind die abgefressenen Blätter durch einen gezackten Rand, da Raupen die Blätter von außen abfressen. Durch ihre grüne Farbe findet man die 1-3 cm langen Tiere nur schlecht. Auffällig können eingerollte Blätter sein, in die sich die Raupen zum Schutz zurückziehen.

  • Da Raupen nicht in großen Mengen vorkommen, können sie leicht abgesammelt werden. Chemische Mittel kommen hier nicht zum Einsatz.

Schildläuse

Sichtbar sind am Stamm und an Zweigen etwa 5 mm kleine, braune Knubbel. Sie sind so unauffällig, da sie wie ein Teil des Holzes aussehen. Diese Knubbel bilden Schildläuse als Schutzschilde. Die Läuse selbst bekommt man kaum zu Gesicht. Sie saugen den Pflanzensaft aus der Pflanze, daher ist eine negative Wirkung auf die Pflanze oft erst sehr spät festzustellen. Wird die Ausbreitung der Läuse zu groß, sterben Teile der Pflanze ab.

  • Durch ihren Schutzschild können sich die Läuse hervorragend sowohl gegen natürliche Feinde als auch gegen vom Menschen eingesetzte Mittel abschotten. Bei geringem Befall können Sie die Schutzschilde mit der Hand entfernen. Sind die Schilde vertrocknet, sind die Schildläuse bereits tot. Bei weichen, matschigen Schilden leben die Läuse noch. Wenn der Befall zu groß ist und die Gefahr besteht, dass die gesamte Pflanze oder zu große Teile davon absterben, hilft nur noch die chemische Keule. Es muss ein systemisches Mittel gespritzt werden, das über die Blätter aufgenommen wird und die Schildläuse nach kurzer Zeit abtötet. Als Mittel eignen sich z.B. Rogor oder Metasystox.

Schildlaus Pflanzenschädling

Schnecken

Die gefräßigen Schnecken sind vor allem nachtaktiv Schädlinge an Pflanzen und lieben es feucht. Ihre Aktivität fällt dann auf, wenn Blätter angefressen sind oder Löcher haben. Sie hinterlassen glatte Ränder oder Löcher in den Blättern.

  • Einzelne Schnecken lassen sich gut absammeln. Haben Sie einen größeren Schneckenbefall oder ist die Anbaufläche zu groß, können Sie Schneckenkorn gegen die kleinen Plagegeister einsetzen. Verwenden Sie Schneckenkorn auf Eisensulfatbasis, da es unbedenklich ist in der Anwendung.

Schnecken im Garten

Spinnmilben

Spinnmilben sind sehr kleine Spinnentiere von nur einem halben Millimeter Größe. Sie kommen in den Farben rot, grün, gelb und weiß vor. Sie sitzen auf der Unterseite der Blätter oder bevorzugt auch auf frischen Triebspitzen und saugen dort den Pflanzensaft aus. Erkennbar wird ein Befall durch weiß-silbrig erscheinende Blätter. Diese Veränderung entsteht durch Luft in den leergesaugten Blattzellen. Die zerstörten Blätter fallen ab, teilweise vertrocknen sie zuvor. Die befallenen Triebspitzen werden schwarz und sterben ebenfalls ab, sodass sich die Pflanze nicht weiterentwickeln kann.

  • Die winzigen Spinnmilben lassen sich leider nur schwer bekämpfen. Da sie so extrem klein sind, kann man sie mit bloßem Auge erst dann erkennen, wenn die Population bereits sehr fortgeschritten ist. Zunächst muss die Pflanze gründlich, auch die Unterseiten der Blätter, mit einem kräftigen Wasserstrahl abgespritzt werden. Vermeiden Sie hierbei unbedingt entstehende Staunässe! Anschließend muss ein systemisches Spritzmittel verwendet werden, da die Pflanze sonst nicht mehr zu retten ist. Diese Behandlung muss über einen Zeitraum von 6-8 Wochen erfolgen, damit auch noch auf der Pflanze befindliche Eier und Larven der Spinnmilben abgetötet werden. In der freien Natur wirken oft Raubmilben als natürlicher Feind gegen die Schädlinge.

Spinnmilbenbefall

Thripse

Diese winzigen Tierchen saugen gerne Gemüsepflanzen aus. Auf Blättern und Früchten entstehen weiß-silberne Punkte und das Wachstum der Pflanzen fällt schwächer aus. Thripse kommen häufig im Gewächshaus vor, da sie trockenes, warmes Klima bevorzugen.

  • Natürlicher Feind ist die Raubmilbe. Im Garten hilft regelmäßiges Hacken und Auflockern des Bodens.

Wanzen

Diese Schädlinge an Pflanzen saugen den Pflanzensaft aus Obst- und Gemüsepflanzen. Die Schäden durch Wanzen sind aber eher gering. Sie kommen nur bei sehr heißem, trockenen Wetter in größeren Mengen vor.

  • Hilfreich ist es, die Pflanzen morgens kräftig zu schütteln. Hierdurch fallen die Wanzen von den Pflanzen, da sie morgens starr auf den Gewächsen verharren.

Weiße Fliege

Die weiße Fliege ist eine Laus, die den Pflanzensaft aus Gewächsen in feucht-warmem Klima aussaugt. Daher findet man sie vor allem auf Gemüsepflanzen im Gewächshaus. Sie sitzen auf den Unterseiten von Blättern und fliegen hoch, wenn man die Blätter bewegt.

  • Der natürliche Feind der weißen Fliege ist die Schlupfwespe. Im Gewächshaus hilft vor allem häufiges Lüften.

Wurzellaus

Ihr Verhalten ist ähnlich der Blattlaus, jedoch befallen diese Schädlinge wie der Name es bereits sagt die Wurzeln vor allem von Salatpflanzen. Ameisen sind hier ebenfalls wie bei Blattläusen Verbündete, die die Wurzelläuse schützen. Folge vom Befall durch Wurzelläuse ist das Verwelken und Absterben der Pflanzen.

  • Hilfreich ist ausreichendes und regelmäßiges Gießen. Im Handel finden sich Salatsorten, die resistent gegen Wurzelläuse sind.

Möhrenlaus Wurzellaus