Upcycling: Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier

Gut für die Umwelt und den Geldbeutel: Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier, Eierkartons oder Klopapierrollen ganz schnell und einfach selbst gemacht.

In was sät ihr eure frühen Aussaaten, die auf der Fensterbank oder im Zimmergewächshaus wachsen dürfen? Es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten von Torftabs über spezielle Anzuchttöpfe bis hin zum einfachen Tontopf mit Anzuchterde befüllt. Es geht aber auch einfacher, günstiger und sogar schonend für die Umwelt.

Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier, Eierkartons oder Klopapierrollen bestehen aus bereits recyceltem Papier. Papier besteht aus Zellulose und verrottet ganz natürlich. Wenn man es also in den natürlichen Kreislauf einbringt, also bspw. ins Gemüsebeet, wird es innerhalb kurzer Zeit zersetzt. Es gibt viele Hobbygärtner, die Zeitungspapier als Mulchschicht oder anstelle eines Unkrautvlies verwenden. Warum also daraus nicht auch Anzuchttöpfe basteln?

Altes Zeitungspapier findet sich in fast jedem Haushalt, genauso wie Eierkartons aus Papier und leere Klo- oder Küchenpapierrollen. Man nennt es Upcycling, wenn alte Gegenstände zu etwas Neuem umfunktioniert werden. Die „Gegenstände“, die ich für die Anzuchttöpfe verwende, haben zwar nur eine kurze Lebensdauer in ihrer neuen Verwendung, sie sind aber allemal sehr nützlich.

Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier – so geht’s

Für einen Anzuchttopf benötigt ihr gerade mal ein halbes Blatt einer normalen Tageszeitung. Außerdem wird eine alte Flasche oder ein langes, schmales Behältnis benötigt. Das Zeitungspapier längs falten und um die Flasche wickeln. Am unteren Ende sollten einige Zentimeter überstehen. Diese schlägt man nun nach innen und schiebt das letzte Ende unter die entstehenden Laschen. Dadurch hält der Boden besser. Jetzt fest auf den Boden drücken, die Flasche entfernen und schon habt ihr euren Anzuchttopf fertig! Geht ganz einfach.

Mit Erde befüllen, Samen rein und angießen. Das Papier weicht schnell durch, daran kann man aber auch gut beobachten, ob die Erde noch feucht genug ist.

Tipp: Die Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier können direkt mit in die Erde gepflanzt werden. Da das Papier beim Zersetzen relativ große Mengen an Stickstoff braucht, sollte zumindest der Boden des Anzuchttopfs vor dem Einpflanzen entfernt werden. So können die Wurzeln der kleinen Pflanze besser aus dem Topf herauswachsen und sich ihren Weg ins Erdreich bahnen.

Anzuchttöpfe aus Zeitungspapier

Anzuchttöpfe aus Eierkartons oder Klopapierrollen

Noch schneller geht es mit Eierkartons oder Klopapierrollen. Eierkartons haben ja bereits die Form eines kleinen Töpfchens. Bei einer Klopapierrolle kann einfach eines der offenen Ende zu einem Boden gefaltet werden. Beide Varianten sind allerdings relativ klein und bieten nur wenig Platz für die Entwicklung der Jungpflanzen. Sie eignen sich aber gut für Sorten, die relativ schnell nach der Anzucht ins Gartenbeet oder einen großen Kübel gepflanzt werden können. Das Wurzelgeflecht muss kompakt und dicht wachsen, was die zarte Jungpflanze schon früh stärkt. Auch hier sollte vor dem Einpflanzen ins Beet der Boden entfernt werden, da Eierkartons und Klopapierrollen aus relativ festem und dicken Papier sind.

Sandra

Warum es die Grüneliebe gibt? Weil ich mit Leidenschaft in meinem Gemüsegarten gärtnere und frische, gute Lebensmittel liebe. Meine Erfahrungen und Erlebnisse gebe ich euch auf grüneliebe.de weiter und hoffe euch damit zu inspirieren. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

5 Antworten

  1. Darina sagt:

    Hallo Sandra,
    meine Setzlinge wachsen zuerst in alten Jogurtbechern mit durchsichtigem Deckel und später, nach dem ersten pikieren unter anderem in Eierkartons auf. Ich finde die Eierkartons deswegen praktisch, da sich die Wurzeln so nicht verheddern. Das mit der Zeitung find ich persönlich nicht ganz so gut. Beim verwittern löst sich doch die Druckerschwärze und die anderen Farben welche nicht gerade gesundheitsfördernd sind.
    Finde deinen Blog super!
    Meine findest du unter: bloggarten.ch

    Liebe Grüsse aus Bern
    Darina

    • Sandra sagt:

      Liebe Darina,
      vielen Dank für das Kompliment! Deinen Blog werde ich gerne besuchen.
      Die Idee mit den Joghurtbechern finde ich auch gut. Mit dem Deckel hast du dir ja fast ein kleines Gewächshaus gebastelt 🙂
      Liebe Grüße
      Sandra

  2. Willi sagt:

    Hallo zusammen,

    wieder eine tolle DIY-Anleitung. Auf jeden Fall nachahmenswert.

    @Darina: Schau mal hier: http://www.helpster.de/druckerschwaerze-giftig-das-sollten-sie-bei-zeitungen-und-illustrierten-beachten_115969

    Heutige Druckfarbe ist absolut unbedenklich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.