Zu Besuch bei den Bibern im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Viotope Biosphärengebiet Schwäbische Alb Wiesen und Hügel

Anzeige

Messi und Suarez heißen die Biber, die im Biosphärengebiet Schwäbische Alb ein zu Hause gefunden haben, nachdem ihre Mutter bei einem Autounfall ums Leben kam. Wir durften uns das Freigehege im Listhof ansehen und auf Entdeckungsreise im ViOtop gehen. Warum wir das gemacht haben, erfahrt in diesem Beitrag und ganz unten findet ihr noch ein leckeres Rezept für Quarkstollen-Plätzchen.

Erkundungstour im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Unter dem Motto „ViO und Du für Deutschlands Natur“ setzen sich ViO und Europarc für Naturschutzprojekte in ganz Deutschland ein. 16 solcher Biosphärenreservate gibt es in Deutschland und ich durfte stellvertretend als Botschafterin auf die Schwäbische Alb reisen. Das hat mich deshalb besonders gefreut, da ich auf der Schwäbischen Alb einige Jahre meiner Kindheit verbracht habe. Ich fühlte mich also etwas zurückversetzt in Kindheitstage und freute mich sehr darüber, diese vielfältige und wunderbare Gegend wieder einmal besuchen zu dürfen. Denn leider liegt diese Region gut 450 km von meinem heutigen Wohnort entfernt und ist damit für einen Sonntagsausflug etwas weit weg. Es gibt aber so viel zu sehen, dass man einen ganzen Urlaub hier verbringen könnte.

Viotope Biosphärengebiet Schwäbische AlbNaturschutzgebiet Listhof

ViOtop hautnah – was bedeutet Biosphärenreservat und was ist eigentlich ein ViOtop?

Als ViOtope werden die Naturschutzgebiete bezeichnet, die von ViO und Europarc unterstützt werden. Es sind natürliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere, die bereits jetzt schon finanziell unterstützt werden. Es ist jedoch immer so, dass die staatlichen Mittel und das Engagement von Umweltverbänden und Vereinen oft nicht ausreicht. Daher will ViO sich für diese Projekte engagieren und der Natur etwas zurückgeben.

Der Begriff Biosphärenreservat steht für das modellhafte Miteinander zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem in einem bestimmten Gebiet. Auf der Schwäbischen Alb liegt dieses Biosphärengebiet etwa 50 km südöstlich von Stuttgart und erstreckt sich mit einer rund 40 km langen Nord-Süd-Ausdehnung vom Albvorland über den steil aufsteigenden Albtrauf und die Albhochfläche bis an die Donau im Süden. (Quelle: Leben und wirtschaften mit der Natur / Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb). Ihr seht, es ist ein riesiges Gebiet, das so vielfältig ist, dass ich euch hier nur wenige Highlights vorstellen kann.

Alleine beim Durchqueren der hügeligen Landschaft, die sich derzeit im bunten Herbstkleid zeigt, konnten wir zahlreiche Burgen sehen, wir fuhren vorbei an Schafherden und dem Traditionsgestüt in Marbach, in welchem die berühmten Araber gezüchtet werden. Wir sahen dichte Buchenwälder, Streuobstwiesen und Wacholderheiden. Im Biosphärenzentrum Schwäbische Alb befindet sich das Hauptinformationszentrum. Hier erhalten Besucher sämtliche Informationen rund um das Gebiet.

Viotope Biosphärenzentrum Schwäbische Alb

Zu Besuch bei den Bibern im Umweltbildungszentrum Listhof

Das Umweltbildungszentrum Listhof ist eines der 17 Kompetenzzentren im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Dort durften wir den Biber Suarez hautnah erleben. Messi, der zweite Biber am Listhof, befindet sich gerade auf Entdeckungstour im angrenzenden Naturschutzgebiet. So nah waren wir einem Biber noch nie und es ist erstaunlich, welche Masse dieses kompakte Tier hat. Mit seinen menschenhandähnlichen Pfoten hielt er eine Möhre fest und nagte sie mit seinen imposanten Biberzähnen genüsslich klein. Danach schwamm er eine Runde durch den „hauseigenen Pool“ in seinem Freigehege und legte sich schließlich wieder hin, denn eigentlich sind Biber erst in der Dämmerung aktiv.

Ein eigentlich wildes und scheues Tier, das viele nur aus Büchern kennen, aus kürzester Distanz erleben zu können, begeistert insbesondere die vielen Kinder, die tagtäglich am Listhof zu Besuch sind. Denn dort wird Umweltbildung praxisnah vermittelt. Die Kinder, die oft in Schulklassen oder als Kindergartengruppen vor Ort sind, lernen die zahlreichen heimischen Lebewesen kennen, die es in der freien Natur zu schützen gilt. Sie lernen, wie man sich die Sonnenenergie zu Nutze machen kann. Sie legen Biotope an und pflegen gemeinsam mit den Betreuern einen Bauerngarten. Sie backen Brot und erleben den Wald in einem Klettergarten. Hier können Kinder wirklich Kinder sein. Sie lernen spielerisch mit der Natur umzugehen und diese zu schützen, wie wir Erwachsene das oft gar nicht mehr können.

(Klick auf die Bilder zum vergrößern.)

Die Wimsener Höhle und das Christstollenboot

Wir hätten uns gerne noch so viel mehr angesehen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Die Zeit war aber leider knapp und so konnten wir neben dem Tag auf dem Listhof nur noch die Wimsener Höhle besuchen. Eigentlich heißt sie Friedrichshöhle und sie ist die einzige mit dem Boot befahrbare Wasserhöhle in Deutschland. Da wir erst kurz vor der Dämmerung dort ankamen, durften wir ganz exklusiv noch eine Bootsfahrt alleine mit der Fährfrau durch die Höhle machen. Die Höhle ist benannt nach Kurfürst Friedrich von Württemberg. Befahrbar sind etwa 70 Meter, dann berührt die Höhlendecke die Wasseroberfläche und nur noch Taucher können sich weiter vorwagen. Die Stille in dieser Höhle ist sagenhaft. Durch Beleuchtungseinrichtungen und das glasklare Wasser kann man bis auf den Boden sehen. Als uns plötzlich der Duft von Christstollen in die Nase stieg, waren wir allerdings etwas verwundert. Die Fährfrau sagte uns, dass der ortsansässige Bäcker jedes Jahr ab etwa Mitte September seine weihnachtlichen Köstlichkeiten auf einem Boot in der Höhle reifen lasse. Bei einer konstanten Luft- und Wassertemperatur von 8°C und einer Luftfeuchtigkeit von 80% bietet die Höhle für die Reifung wohl die besten Voraussetzungen. Leider waren wir etwas zu früh dran und wir durften den Stollen nicht probieren. Daher gibt es jetzt ein Rezept für Stollenplätzchen, damit ihr den Duft selber in die Nase bekommt.

Viotope Biosphärengebiet Schwäbische Alb Friedrichsmühle

Viotope Biosphärengebiet Schwäbische Alb Wimsener Höhle

Viotope Biosphärengebiet Schwäbische Alb Friedrichshöhle

Rezept: Quarkstollen-Plätzchen

Die Stollenplätzchen mit Quark gehen schnell und duften himmlisch – fast wie der Stollen in der Wimsener Höhle.

Quarkstollen Plätzchen Rezept

Das wird benötigt:

  • 2 Eier
  • 70 g weiche Butter
  • 120 g Zucker
  • 2 EL Milch
  • 300 g Dinkelmehl
  • 1 TL Backpulver
  • 100 g Magerquark
  • 100 g Rosinen (in Rum eingelegt)
  • 50 g gehackte Mandeln
  • etwas Zitronenschale

Und so geht’s

Den Ofen auf 200°C (Umluft) vorheizen. Für den Teig die Eier, Butter, Zucker, Milch, Mehl und Backpulver in eine Schüssel geben und zu einem glatten Teig verkneten. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen, sodass eine längliche Teigplatte entsteht, die etwa einen halben Zentimeter dick ist. Wenn der Teig zu klebrig ist, einfach etwas Mehl darauf streuen.

Quarkkleckse, Rumrosinen, Mandeln und Zitronenschale gleichmäßig darauf verteilen. Dabei vom Rand etwas Platz lassen. Den Teig der Länge nach zusammenrollen und etwa 1-2 cm dicke Scheiben abschneiden. Diese wie Plätzchen auf einem mit Backpapier versehenen Blech auslegen und für ca. 12-15 Minuten backen, bis sie goldbraun sind.

Die ausgekühlten Stollenplätzchen kann man mit etwas Puderzucker bestäuben. Jetzt tief einatmen und den herrlichen Duft genießen.

Dazu passt wunderbar eine der erfrischenden ViO Bio Limos oder Schorlen. Übrigens enthalten sie ViO Mineralwasser, das aus Deutschland stammt und die für die ViO Apfel-, Rhabarber- und Johannisbeer-Schorlen verwendeten Früchte werden in heimischen Anbaugebieten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Baden-Württemberg geerntet.

Viotope Christstollen Plätzchen

Eure Stimme zählt: Unterstützt die ViOtope

ViO und Europarc setzen sich für Naturschutzprojekte ein. Ihr habt die Möglichkeit abzustimmen und mit eurer Stimme dafür zu sorgen, dass euer Lieblingsprojekt durch ViO finanziell unterstützt wird. Für eure Stimme könnt ihr auch etwas gewinnen: Ein Wochenende im Bio-Hotel. Stimmt bis zum 30.11.2017 ab unter www.vio.de/de/nachhaltigkeit – vielleicht bekommen ja Messi und Suarez eure Stimme?

 

Dieser Beitrag ist entstanden in Kooperation mit ViO.

 

Sandra

Warum es die Grüneliebe gibt? Weil ich mit Leidenschaft in meinem Garten bin und frische, gute Lebensmittel liebe. Meine Erfahrungen und Erlebnisse gebe ich euch auf grüneliebe.de weiter und hoffe euch damit zu inspirieren. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

10 Antworten

  1. Wow, was für eine schöne Natur! Der Biber ist nicht nur ein faszinierendes Tier sonder auch noch soooo niedlich – ich bin hin und weg von den Bildern!

  2. Karin sagt:

    Liebe Sandra,

    wie lustig, ich war erst letzten Sommer mit meiner Familie auf der Schwäbischen Alb im Urlaub. Die Kinder sind Pferdenarren und waren vom Gestüt in Marbach ganz angetan. Schade dass wir von Bibern nichts wussten, die hätten sie sich bestimmt gerne aneschaut.

    VG, Karin

    • Sandra sagt:

      Liebe Karin,
      ach wie schön, da hattet ihr bestimmt einen schönen Urlaub. Und so habt ihr jetzt noch ein Ziel für das nächste Mal 😀
      Liebe Grüße, Sandra

  3. Sabine sagt:

    Sehr interessant, danke! 😀
    Das Gebiet wär ein tolles Reiseziel für den kommenden Frühling. Einen Biber habe ich noch nie live gesehen.
    Ich bin sehr dafür, dass dieses Projekt gefördert wird.

    LG
    Sabine

  4. Isabelle sagt:

    Hallo liebe Sandra,

    das Rezept ist sooo lecker. Ich hab es ausprobiert, auch wenn das Wetter gerade eher nach Eiskaffee ruft als nach Weihnachtsgebäck. Macht aber nichts, alle haben sich draufgestürzt. Ich habe noch Ztronat reingetan, das gehört für mich in einen Stollen einfach dazu.

    Liebe Grüße
    Isa

    • Sandra sagt:

      Oh das freut mich sehr, liebe Isa. Du hast recht, eigentlich gehört Zitronat in einen echten Stollen. Da ich selber Zitronat aber nicht mag, habe ich es weggelassen ;D

  5. Peter sagt:

    Hallo, sind die Biber denn so zahm das man so nah hinkommt? Sollen die noch ausgewildert werden? Die würde ich auch gerne mal so nah sehen. Das ist schon etwas besonderes. Gruß, Peter

    • Sandra sagt:

      Lieber Peter,
      die Biber sind Handaufzuchten und daher an Menschen gewöhnt. Trotzdem sind es Wildtiere und keine Kuscheltiere – also angucken, aber nicht anfassen. Für die Auswilderung sind sie nicht vorgesehen, eben weil sie so an Menschen gewöhnt sind und das ein Leben in der Natur sehr gefährdet.
      Viele Grüße, Sandra

Lass mich wissen was du denkst!