Die Drei Schwestern | Mischkultur im Milpa-Gemüsebeet

Milpa Gemüsebeet drei Schwestern Mischkultur Mais Bohnen Kürbis

Sie vereinen sich im Gemüsegarten wie drei Schwestern – eine besondere Mischkultur aus Mais, Bohnen und Kürbis.

Mais, Bohnen und Kürbis habe ich schon oft im Gemüsegarten angebaut. Stangen- und Buschbohnen, verschiedene Kürbissorten und mein geliebter Zuckermais waren dabei. Im letzten Jahr habe ich es wie die Azteken gemacht und die Drei Schwestern in einem Beet angebaut. Wie das Gemüsebeet aussah und warum sich genau diese Sorten so gut ergänzen, erzähle ich euch jetzt.

Die Drei Schwestern – Mischkultur aus Mais, Bohnen und Kürbis

Diese Art des Gemüseanbaus betreiben indigene Völker schon seit vielen Jahrhunderten. Auf relativ kleinem Raum kann eine große Ernte erwirtschaftet werden. Selbst in einem überschaubaren Gemüsegarten ist der Ertrag auf dieser Fläche wesentlich höher. Das ist ja auch logisch, denn auf der gleichen Fläche werden zeitgleich drei Gemüsesorten angebaut:

  • Mais dient als Rankhilfe
  • Stangenbohnen ranken am Mais empor
  • Kürbis wächst auf der Bodenfläche

Damit wird auch gleich ersichtlich, was alleine die Art des Wachstums für Vorteile bringt. Der Mais wächst in die Höhe. Er kann locker die 2-Meter-Marke überragen. Die Stangenbohnen ranken dann am Mais empor und bilden ein Geflecht von Maispflanze zu Maispflanze. Währenddessen bilden sich die langen Ranken der Kürbispflanzen und überwuchern den Erdboden. So beschatten die Blätter den Boden, der dadurch nicht so schnell austrocknet oder durch zu starken Regen verschlämmt. Außerdem unterdrücken die großen Blätter das Unkrautwachstum.

Es geht aber noch weiter: An den Wurzeln der Stangenbohnen entstehen Knöllchenbakterien. Diese binden Stickstoff, der wiederum dem Mais und Kürbis als Nahrung zur Verfügung steht.

Milpa Gemüsebeet drei Schwestern Mischkultur Mais Bohnen Kürbis
Milpa Gemüsebeet drei Schwestern Mischkultur Mais Bohnen Kürbis

Ein Milpa-Gemüsebeet anlegen

Diese Mischkultur wird also nicht umsonst als “Die Drei Schwestern” bezeichnet, denn sie bilden eine wahre Symbiose im Gemüsegarten. Das wollte ich natürlich unbedingt mal ausprobieren und so habe ich im letzten Frühjahr ein etw 1,5 x 3 m großes Milpa-Beet angelegt. Zur Vorbereitung habe ich den Boden sehr früh im Jahr tiefgründig umgegraben, von Unkraut befreit und mit etwas reifem Kompost angereichert. Als Standort habe ich einen sonnigen Platz ausgewählt, sodass die Pflanzen fast ganztägig in der Sonne standen.

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Sortenauswahl im Aztekenbeet

Die Drei Schwestern sind Mais, Bohnen und Kürbis. Jetzt weiß aber jeder, der einen Gemüsegarten hat, dass es nicht nur die eine Sorte Mais oder Bohnen gibt. Welche Sorten wählt man denn nun aus?

Grundsätzlich kann man alle Sorten verwenden, da sie alle eine ähnliche Vegeationsdauer haben und auch ihr Wachstum in Höhe, Breite und Tempo ähnlich sind. Allerdings empfiehlt es sich bei den Stangenbohnen auf schwachwüchsige Sorten zurückzugreifen. Das musste ich nämlich im Laufe der Zeit feststellen: Die Bohnen überrannten meinen Mais! Aber dazu später mehr.

Meine Sortenauswahl für das Milpa-Gemüsebeet:

Mais: Ich habe mich für Golden Bantam (Zuckermais)* entschieden. Das ist eine mittelfrühe Sorte, die grosse und leuchtend gelbe Kolben bildet. Die Maiskörner sind sehr saftig und süß.

Bohnen: Bei den Bohnen habe ich etwas experimentiert, da ich noch altes Saatgut übrig hatte. Es wurden letztendlich drei Sorten:

  • Feijão Trepar Para Grão – die Samen stammen aus Portugal. Sie waren mal ein Geschenk an mich, weshalb ich leider den deutschen Namen der Sorte nicht kenne.
  • Blaue Hilde* – eine wunderschöne blaue Stangenbohne
  • Neckargold*- eine Stangenbohne mit zarten gelben Bohnen

Kürbis: Hier habe ich mich für einen Hokkaido* entschieden, da ich diesen am liebsten esse und an anderer Stelle im Garten noch zwei weitere Kürbissorten ausgesät habe.

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Bereits bei meinen Anzuchten im März ging es los, denn der Mais sollte einige Zeit vor den Bohnen gepflanzt werden, da er langsamer wächst als die schnell rankenden Bohnenpflanzen. Daher habe ich die Maispflanzen vorgezogen und ins Beet gepflanzt, als es das Wetter zuließ. Es empfiehlt sich die Eisheiligen abzuwarten, da die jungen Maispflanzen frostige Temperaturen nicht gerne mögen.

Wie und wann genau ich gepflanzt habe und wie sich mein Milpa-Gemüsebeet während der Gartensaison entwickelt hat, erfahrt ihr im zweiten Teil!

Hier geht’s zu Teil 2 der “Drei Schwestern – Mein Milpa-Gemüsebeet”

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2 Antworten

  1. Heidi sagt:

    Tolle Idee, liebe Sandra,
    mein Beet sieht schon mal super aus! Das werde ich nächstes Jahr wiederholen.
    Hast du noch so ‘ne tolle Kombi?
    Liebe Grüße
    Heidi

    • Sandra sagt:

      Das freut mich riesig, liebe Heidi! Ich arbeite gerade an weiteren Ideen… Schau doch gerne ab und zu auf meinem Blog vrobei – vielleicht entdeckst du ja etwas Interessantes für dich ;D

      Liebe Grüße
      Sandra

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