Was sind F1-Hybride?

Tomatengewächshaus

F1-Hybride – Besser, ertragreicher, gleich

Auf den Begriff F1-Hybriden sind die meisten Hobby-Gärtner sicher schon gestoßen. Spätestens im Frühjahr, wenn man sich mit neuen Samentütchen aus dem Gartencenter eindeckt oder die Pflanzen- und Samenkataloge durchstöbert. Aber was bedeutet das eigentlich? Was sind Hybriden und was genau sind F1-Hybriden?

Die Definition von Hybriden ist laut Wikipedia Folgende: „Eine Hybride (von lat. hybrida; auch der Hybride oder der Hybrid), nicht-fachsprachlich bzw. veraltet: Bastard, Mischling oder Blendling, ist in der Biologie ein Individuum, das aus einer Kreuzung zwischen verschiedenen Gattungen, Arten, Unterarten, Rassen oder Zuchtlinien hervorgegangen ist. Insbesondere in der Zucht wird der Begriff für Nachkommen von Kreuzungen verschiedener Rassen oder Zuchtlinien verwendet.“

Es geht also dabei um die Züchtung von Kreuzungen. In der Pflanzenwelt bedeutet es, dass eine neue Sorte gezüchtet wird, die die besten Eigenschaften anderer Arten hat.

Und was bedeutet nun der Zusatz F1 bei Pflanzensamen?

Die Bezeichnung F1 entstammt der Vererbungslehre von Gregor Mendel. F1-Hybride sind die erste Generation einer Kreuzung, also die erste Tochtergeneration. Die F1-Hybriden besitzen die Eigenschaften der Pflanzeneltern. Dafür müssen die Pflanzeneltern reinerbig sein. Ein Beispiel um es anschaulicher zu machen: Kreuzt man eine Sorte mit roten Blüten und eine mit weißen Blüten, so entsteht eine F1-Hybride mit rosa Blüten. Bei Gemüsesorten kann das bspw. bedeuten, dass eine große, aber wenig aromatische Tomate mit einer kleinen, sehr fruchtigen und süßen Tomate gekreuzt wird. Es könnte daraus eine große, fruchtige und intensiv schmeckende Tomate entstehen.

F1-Hybride-Saatgut sind teurer als „normales“ Saatgut, da die Zuchten meist höhere Erträge und „bessere“ Früchte zum Vorschein bringt. Außerdem sind die Züchtungen sehr aufwändig und teilweise langwierig, denn die Arbeit beginnt bereits bei der Saatgutgewinnung von erstklassigen Elternpflanzen. Ziel ist es dabei F1-Hybriden zu gewinnen, die schneller und besser keimen und wachsen und die zur gleichen Zeit blühen und Früchte tragen. Das ist insbesondere in der Landwirtschaft wichtig.

Keine gute Idee: Samen aus F1-Pflanzen gewinnen!?

Als Hobby-Gärtner möchte man aus seinen „besten“ Pflanzen, also denjenigen, die viel Ertrag brachten und sehr gesund waren, Samen für die nächste Saison gewinnen. Bei F1-Hybriden ist das aber leider keine gute Idee. Denn die Nachkommen einer F1-Pflanze, die dann als F2-Pflanze zu bezeichnen wäre, bringen möglicherweise nicht mehr die positiven Eigenschaften hervor wie der F1-Hybrid. Es können sogar ungewollte Eigenschaften auftreten. Dennoch: Wer es ausprobieren möchte, wird vielleicht sogar faszinierende neue Pflanzeneigenschaften bei seinen Nachzuchten feststellen!

Hybridsamen haben übrigens nichts mit Gentechnik zu tun. Jeder Gärtner muss aber für sich entscheiden, ob er lieber auf gezüchtete Sorten mit hohem und recht sicherem Ertrag zurückgreifen will, oder ob er lieber Bio-Samen von alten Sorten bevorzugt. Solche Kultursaaten gibt es bspw. von Bingenheimer Saatgut oder Reinsaat. Diese sind übrigens auch bei amazon.de* erhältlich.

1 Antwort

  1. Sandra sagt:

    Auf Google+ hat sich zum Artikel eine rege Diskussion entwickelt. Wenn ihr mitdiskutieren möchtet, dann schaut doch mal rein: plus.google.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.