Echter Mehltau erfolgreich mit Milch bekämpft

Mehltau an Zucchini

Durch das warme Klima in den letzten Wochen hat sich ein neuer Gast auf dem Feld eingeschlichen: Der Mehltau – in diesem Fall echter Mehltau.

Echter Mehltau ist ein Pilzbefall, der vor allem an Rosen vorkommt, aber auch zahlreiche Gemüsepflanzen befällt. In meinem Gemüsegarten hat es nun Kürbis, Zucchini und Gurken getroffen.

Man erkennt echten Mehltau an einem mehlig-weißen Belag auf der Blattoberseite. Er breitet sich leider recht schnell aus und kann sogar die ganze Pflanze inklusive der Knospen, Blüten und Früchte befallen. Die befallenen Blätter trocknen ein und werden gelb-braun. Die feinen Pilzsporen werden durch die Luft weitergetragen und können auch andere Pflanzen befallen. Daher sollten bei den ersten Anzeichen möglichst schnell Bekämpfungsmaßnahmen gegen den echten Mehltau eingeleitet werden.

Was tun gegen echten Mehltau?

Sobald die ersten Mehltau-Flecken auf den Blättern entdeckt werden, sollten diese abgeknipst und entsorgt werden. Dies kann ruhig auf dem Kompost geschehen, da dieser spezielle Pilz lebendes Gewebe benötigt, um sich zu vermehren.

Zur Vorbeugung und bei größerem Befall gibt es ein rein biologisches Mittel, das gut gegen echten Mehltau wirkt: Mit einer Mischung aus 1 Teil Milch und 9 Teilen Wasser werden die betroffenen Pflanzen mithilfe einer Sprühflasche* abgespritzt. Das sollte bei akutem Befall alle 2-3 Tage wiederholt werden, damit der Pilz wirklich nachhaltig bekämpft wird.

Dass echter Mehltau ausgerechnet mit Milch bekämpft wird, wird einige Gärtner sicher erstaunen. Australische Forscher haben herausgefunden, dass die Mikroorganismen, die in Milch enthalten sind, gegen den Pilz ankämpfen. Zudem wird die Pflanze nachhaltig gestärkt, da sich in Milch Natriumphosphat befindet, welches sich positiv auf die Abwehrkräfte auswirkt. Einfacher, effektiver und vor allem biologischer kann die Mehltau-Bekämpfung kaum sein!

Mehltau an Zucchini und Kürbis

Bei zu starkem Befall wird die Milch-in-Wasser-Lösung vermutlich nur noch bedingt werden. Einen Versuch ist es allemal wert, wäre doch zu schade die gesamte Ernte zu verlieren. Leider kommt Mehltau fast jedes Jahr wieder im Garten vor und springt sozusagen von Pflanze zu Pflanze. Daher empfiehlt es sich wirklich rechtzeitig zu reagieren und gleich bei den ersten Anzeichen vorzubeugen.  

Ihr wollt eine Alternative zur Milch-Wasser-Mischung gegen Mehltau haben? Dann versucht es mit einer Brühe aus Ackerschachtelhalm. Wie das geht, verrate ich euch in diesem Artikel.

Echter Mehltau natürlich bekämpfen mit Milch

 

Wenn ihr euch intensiver mit dem Gemüsegarten beschäftigen wollt, empfehle ich euch auch meinen Ratgeber „Gemüsegarten für eine Saison“.

 

Mehr zum Thema „Mehltau“ und ökologischer Schädlingsbekämpfung:

 

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Sandra

Warum es die Grüneliebe gibt? Weil ich mit Leidenschaft in meinem Garten bin und frische, gute Lebensmittel liebe. Meine Erfahrungen und Erlebnisse gebe ich euch auf grüneliebe.de weiter und hoffe euch damit zu inspirieren. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

22 Antworten

  1. Eva sagt:

    Das ist ja klasse, natürlicher kann man den Mehltau nicht bekämpfen. Kann man da eigentlich H-Milch nehmen, oder muss es Frischmilch sein? H-Milch wäre besser, da könnte ich mir einen Schwung ins Gartenhaus stellen, aber ich befürchte, dass das durch die Ultrahocherhitzung nicht mehr wirkt.

    • Sandra sagt:

      Hallo Eva,
      H-Milch ist tatsächlich ungeeignet. Man sollte Frischmilch verwenden, da die darin enthaltenen Mikroorganismen den Pilz bekämpfen. Mit der Vorratshaltung wird es dann wohl leider eher nicht klappen.
      Viele Grüße, Sandra

    • Lieschen sagt:

      Hallo Eva ;
      Mich würde mal interessieren ob dieses Wasser-Milchgemisch 1:9, geholfen hat ? Denn bei mir hat es nichts gebracht, alle Pflanzen die von dem echten Mehltau befallen waren sind kaputt gegangen.
      Hoffe das es Dir, oder besser das es den Pflanzen bekommen ist.
      Liebe Grüße Lieschen.

      • Eva sagt:

        Bis jetzt hat es leider noch nicht geholfen. Evtl. war der Mehltau schon zu weit fortgeschritten. Aber ich habe schon von vielen gelesen das es wirkt. Auch an dem „H“ soll es nicht liegen. Milchsäurebakterien bilden sich nach dem Öffnen der H-Milch angeblich ebenso schnell wieder, wie bei unbehandelter Milch.

  2. Sandra sagt:

    Ergänzung von mir: Ich behandle seit etwa 2-3 Wochen meine Balkonmelone mit der Milch-Wasser-Mischung gegen Mehltau. Und es funktioniert! Der Mehltau ist eingedämmt und auch wenn einige Blätter leider etwas gelitten haben, wächst die Pflanze sehr schön weiter. Ich habe übrigens H-Milch verwendet.

  3. erhard sagt:

    Baue seit zig jahren gurken an. Habe alle Spritzmittel aus dem Handel ohne grossen Erfolg erprobt, dieses Jahr erstmals Milch 1 zu 10 War ein grosser Erfolg. Vielen Dank e.j.

  4. Nina Boos sagt:

    Der Zweiundzwanzigpunkt Marienkäfer frisst auch Mehltau.

  5. Hallo sagt:

    H-Milch sollte auch funktionieren, da die in der Milch enthaltenen Lecithine für die Wirkung verantwortlich sind.
    Sogar Sojamilch könnte klappen ;)

  6. franz hundsrucker sagt:

    H-Milch Tip war super

  7. Margot Muß sagt:

    Hallo Sandra,
    habe eine Zucchini und zwei Gurken. Ja, leider hat meine Zucchini, wie fas t jedes Jahr, mal wieder Mehltau. Gott sei Dank ist es noch nicht stark ausgebreitet und da die Pflanze gerade erst kommt, hatte etwas spät ausgesät, möchte ich ihr die Blätter z. Zt. nicht nehmen. Habe sie heute mit der Milchmischung, H-Milch – 1:9 gespritzt und hoffe es hilft.
    Frage, kann ich das auch vorbeugend machen?
    Liebe Grüße und ein gutes Gartenjahr wünscht Margot

    • Sandra sagt:

      Liebe Margot,
      wenn du ohnehin weißt, dass du jedes Jahr Mehltau im Garten hast, dann kannst du mit der Milch-Wasser-Mischung frühzeitig und damit auch in gewisser Weise vorbeugend beginnen. Die ersten Sporen des Pilzes sind ja für uns nicht sichtbar. Erst wenn die Ausbreitung größer wird, erkennen wir den Befall. Daher kann es bestimmt nicht schaden 1-2-mal pro Woche die gefährdetene Pflanzen zu behandeln. Es handelt sich ja um ein absolut natürliches Mittel, welches keine negativen Auswirkungen auf die Pflanzen hat. Es könnte höchstens sein, dass ein paar Wespen Gefallen an der Milch finden könnten.
      Ich drücke dir die Daumen, dass es klappt und du eine reiche Ernte haben wirst!
      Liebe Grüße, Sandra

  8. Gion sagt:

    Guten Tag Sandra
    funktioniert die Milch- Wassermischung auch am Obstbaum -Apfel- ?

    • Sandra sagt:

      Hallo Gion,
      davon gehe ich aus, da die Mischung gegen den Pilz wirkt und ich denke dass es egal ist, um welche Pflanze es sich handelt. Ich behandle derzeit meine Goji-Beere mit der Milch-Wasser-Lösung und sehe schon eine Besserung.
      Viele Grüße
      Sandra

      • Gion sagt:

        Besten Dank Sandra wir werden es versuchen! Eine. bzw. zwei Fragen habe ich noch.
        – Kann ich es auch vorbeugend einsprühen?
        – kann ich die Milch- Wassermischung gegen Mehltau mit Rapsöl gegen Läuse kombinieren?
        Alle Beide sind mir jährlich sicher!
        Gruss Gion

        • Sandra sagt:

          Hallo Gion,
          vorbeugend würde ich sagen eher nicht, da die Lösung den Pilz behandelt. Du kannst aber frühzeitig beginnen, sobald du die ersten Anzeichen – auch auf Nachbarpflanzen – erkennst. Je früher man anfängt, desto besser und schneller die Wirkung. Parallel die Rapsöl-Behandlung würde ich nicht machen, da der Ölfilm vermutlich die Milch-Lösung behindert. Meistens ist es aber doch so, dass die Blattläuse viel früher auftreten als Mehltau, oder? Also erst die Läuse verjagen und dann den Mehltau bekämpfen!
          Viele Grüße
          Sandra

  9. Cornelius sagt:

    Zum Thema Oidium oder „echter Mehltau“:
    Sieht man auf den Blättern den mehligen Pilzbelag, ist dieser schon längst in das Blatt eingewachsen und hat dieses beschädigt. Der mehlige Belag sind die Früchte des Pilzes, also der Samensporen für den nächsten Befall auf gesunden Blättern.
    Ein Schutz mit Milch/Wasser ist deshalb nur vorbeugend möglich. Also muss ich die jungen Blätter oder den Zuwachs schützen.
    Eine kurative oder heilende Wirkung ist damit nicht möglich. Hier zeigt selbst die Chemie wenig Erfolg. Befallene Blätter gleich entfernen.

    Zum Thema Läuse mit Öl bekämpfen:
    Hier kann man mit Öl ganz gut die Eiergelege der Läuse bekämpfen. Das Öl überzieht die Eier und lässt keinen Sauerstoff mehr in das Innere vom Ei eindringen und somit wird die Entwicklung und somit der Schlupf der Laus unmöglich.
    Also auch hier vorbeugend arbeiten oder gleich beim Sichten der ersten Läuse deren Gelege mit Öl besprühen.

  10. Ursula Wolff sagt:

    Wie viel Milch und wie viel Wasser

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