Kann man Mairübchen, Rote Bete und Radieschen vorziehen?

Junigemüse Radieschen

Habt ihr euch auch schonmal die Frage gestellt, ob man Radieschen vorziehen kann? Und Rote Bete, Mairübchen, Möhren oder Rettich?

Ab Februar beginnen die ersten Anzuchten im Haus. Bei mir stehen schon Paprika und Peperoni auf der Fensterbank. Nach und nach gesellen sich Fenchel, Tomaten & Co. dazu. Doch wie sieht es mit den eher schnell wachsenden Freilandsorten wie Radieschen und Rote Bete aus? Kann man diese im Haus vorziehen, um die Ernte letztendlich zu verfrühen?

Radieschen vorziehen – ja, aber …

Die Meinungen unter Gemüsegärtnern spalten sich bei dieser Frage. Viele haben es sicher schon ausprobiert und wissen, dass es möglich ist. Ich habe sogar schon im Gartencenter Jungpflanzen von Radieschen, Rettich, Möhren & Co gesehen. Allerdings ist die Frage, ob sich der Aufwand wirklich lohnt. Denn vor allem Radieschen, aber auch Mairübchen und Rote Bete wachsen im Freiland relativ schnell und besser an Ort und Stelle.

Bei diesen Pflanzen erntet man die Knolle oder, im Falle von Möhren und Rettich, die unterirdisch wachsende Wurzel. Das Wachstum müsst ihr euch also so vorstellen: Aus einem zarten rundlichen Samenkorn wächst ein Keimling, der nach oben in Richtung Licht und Sonne sein Grün bildet und nach unten in die Erde seine Wurzel. Während bei anderen Sorte, bspw. bei Paprika oder Tomate, die Wurzeln sehr verzweigt in alle Richtungen wachsen können, sucht sich die Wurzel bei Knollen- und Wurzelgemüse den Weg nach unten. Wenn ihr euch nun also eure Anzuchtschale anschaut, könnt ihr feststellen, dass der Weg nach unten doch recht begrenzt ist. Nur wenige Zentimeter Substrat haben die Wurzeln, bevor sie den Boden erreichen.

Mairübchen, Rote Bete und Radieschen vorziehen ist aber noch eher machbar als Möhren und Rettich. Denn die Knolle wächst überwiegend oberirdisch, weshalb die Wurzeln nicht sehr tief ins Erdreich wachsen.

Vorgezogene Rote Bete

Vorgezogene Rote Bete im Substratblock

Mairübchen, Rote Bete und Radieschen vorziehen – so geht’s

Wenn ihr es dennoch ausprobieren wollt, dann nehmt etwas mehr Substrat. Eine Schicht von mindestens 5-6 cm sollte es schon sein. Das Saatgut sollte fein säuberlich in die Erde gebracht werden, sodass jedes Saatkorn einen gewissen Abstand zum Nächsten hat. Das Pikieren der zarten Pflänzchen ins Gartenbeet wird später eine echte Herausforderung. Daher ist es ratsam für jedes einzelne Saatkorn einen Kokostabs* oder für die Anzucht eine sogenannte Multitopfplatte* zu verwenden, in welche die Erde fest in die Mulden gedrückt wird. Auch eine Erdpresse* zur Herstellung von Substratblöcken kann helfen, damit das Auspflanzen später leichter vonstatten geht und die vorgezogenen Pflänzchen gut im Beet anwachsen.

Und damit wären wir auch bei dem Punkt angelangt: Lohnt es sich Mairübchen, Rote Bete und Radieschen vorzuziehen? Wenn man für jedes einzelne Radieschen einen Kokostab verwendet, dann ist allein der finanzielle Aufwand fraglich. Bei einer Erdpresse sieht das schon anders aus. Dann muss man sich lediglich überlegen, ob sich der Zeitaufwand lohnt. Da kann ich ganz einfach sagen: Wenn es euch Spaß macht, dann macht es doch einfach! Egal was andere Gärtner dazu sagen.

Wie bei fast allen Anzuchten gilt auch beim Vorziehen von Radieschen & Co.: Sie brauchen viel Licht und ausreichend Feuchtigkeit zum Keimen. Zu warm sollte es bei diesen Sorten allerdings nicht sein.

(* = Affiliate-Links)

Sandra

Warum es die Grüneliebe gibt? Weil ich mit Leidenschaft in meinem Garten bin und frische, gute Lebensmittel liebe. Meine Erfahrungen und Erlebnisse gebe ich euch auf grüneliebe.de weiter und hoffe euch damit zu inspirieren. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

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