Kartoffeln im Sack anbauen

Wusstet ihr, dass man Kartoffeln im Sack anbauen kann? In einem ganz normalen Sack Pflanzerde?

Sicher habt ihr schon gehört, dass man Kartoffeln nicht nur im Garten sondern auch auf dem Balkon anbauen kann. Ich habe vor längerer Zeit über den PotatoPot® berichtet, der sozusagen die professionelle Version der Kübelpflanzung von Kartoffeln ist. Es geht aber auch viel einfacher, wenn auch nicht ganz so hübsch anzusehen: In einem Sack Pflanzerde.

Kartoffeln im Sack anbauen mit selbst vorgekeimten Kartoffeln

Kartoffeln lassen sich gut lagern, doch irgendwann werden sie weich und schrumpelig. Man könnte sie dann noch immer verzehren, aber wirklich appetitlich sind sie nicht mehr. Wegschmeißen ist aber viel zu schade. Deswegen werden sie ganz einfach als Saatkartoffeln verwendet. Dazu werden die Schrumpelkartoffeln ab Mitte Februar in einen offenen Eierkarton gelegt und dunkel und trocken aufgestellt. Nach einiger Zeit bilden sich Keime. Wenn diese einige Zentimeter lang sind, kann es losgehen! Bitte verwendet dafür aber nur Bio-Kartoffeln oder besorgt euch spezielle Saatkartoffeln.

Was kann man nach Kartoffeln pflanzen

Übrigens: Wenn sich keine Keime bilden, handelt es sich vermutlich um Kartoffeln, die Keimhemmer beinhalten. Solche findet man im Supermarkt, die den Zusatz “nach der Ernte behandelt” tragen. Diese Kartoffeln können demnach nicht als Saatkartoffeln verwendet werden.

Kartoffeln im Pflanzsack – so geht’s

Um die Kartoffeln im Sack anzubauen, wird ein Pflanzsack mit etwa 45 Liter Erde benötigt. Es kann ganz normale Pflanzerde verwendet werden. Sie hat genügend Nährstoffe für das Wachstum der Pflanze.

Der Erdsack bietet die perfekte Umgebung für den Kartoffelanbau auf dem Balkon:
  • Er bietet genügend Platz und Substrat.
  • Die Erde ist frisch und reich an Nährstoffen.
  • Er ist tief genug, sodass die Pflanze ausreichend viele Knollen bilden kann.
  • Die Erde wird durch den Sack fest zusammengehalten.
  • Überschüssiges Wasser kann abfließen, da der Sack am oberen bzw. unteren Ende feine Perforierungen hat. Sollte er das nicht haben, kann man mit einer Gabel ein paar Löchen in den unteren Bereich des Beutels stechen, um Staunässe zu vermeiden.

Beginnen kann man mit dem Anbau von Kartoffeln im Sack ab April. An frostigen Tagen müssen die Säcke geschützt werden.

Zunächst wird der Pflanzsack oben komplett aufgeschnitten. Damit der Rand umgeschlagen werden kann, um mehr Stabilität in den Pflanzsack zu bekommen, wird etwa die Hälfte der Erde entfernt. Diese benötigt man später zum anhäufeln. Die Erde sollte möglichst locker sein, alle dicken Klumpen werden also zerdrückt, bevor die Saatkartoffel gepflanzt wird. In die Erde werden nun 3 Löcher gedrückt, die ca. 10-15 cm tief sind. In jedes Loch wird eine Saatkartoffel hineingelegt und mit Erde bedeckt. Einmal kräftig angießen und dann regelmäßig wässern. Nicht zu viel und zu häufig allerdings, da Kartoffeln es nicht gerne nass haben.

Nun dauert es eine Weile, bis sich die ersten Blätter zeigen. Wenn die pflanze ca. 5-10 cm hoch ist, kommt die zuvor entnommene Erde darauf, mit der das grün komplett bedeckt wird. Das nennt man anhäufeln und dient dazu, dass sich unterirdische Knollen entlang der Pflanze bilden können.

Das wiederholt man noch ein bis zwei Mal, bis der Sack voll ist. Ab jetzt darf die Pflanze ungestört weiter wachsen.

Der Sack verbringt den Frühling und den Sommer an einem schönen hellen und sonnigen Platz auf dem Balkon oder der Terrasse. Im Sommer blüht die Pflanze, anschließend beginnen die Blätter abzusterben. Jetzt ist es Zeit für die Ernte!

Kartoffelernte aus dem Sack

Die Ernte ist denkbar einfach. Man muss lediglich den kompletten Sack ausleeren und kann dann alle Erdknollen aufsammeln. Legt euch eine Decke oder Plane auf den Boden, damit die Erde nachher wieder gut aufgesammelt werden kann. Je nach Kartoffelsorte kommt pro Pflanze eine Menge von 1-2 kg Kartoffeln zusammen.

Noch ein Tipp zum Schluss: Von den geernteten Kartoffeln können wieder einige als Saatkartoffeln aufbewahrt werden. Allerdings sollte man alle drei Jahre frische Saatkartoffeln besorgen, damit sich keine Krankheiten ausbreiten. Die Erde kommt bei mir auf den Kompost und wird somit wiederverwendet.

Kartoffeln im Sack anbauen
Autor

Warum es die Grüneliebe gibt? Weil ich mit Leidenschaft in meinem Garten bin und frische, gute Lebensmittel liebe. Meine Erfahrungen und Erlebnisse gebe ich euch auf grüneliebe.de weiter und hoffe euch damit zu inspirieren. Viel Spaß beim Lesen und Stöbern!

ommentare

  1. Das ist wirklich eine gute Idee mit den Kartoffeln auf dem Balkon. Aber mal eine Frage Sandra: Geht es auch ohne Sack? *lach LG Laura

    • Sandra Antworten

      Liebe Laura,
      statt dem Pflanzsack kannst du auch einfach einen großen Kübel nehmen. Er sollte aber ausreichend groß und tief sein, damit die Kartoffeln Platz haben zu wachsen.
      Viele Grüße, Sandra

    • Sandra Antworten

      Dann wünsche ich dir ganz viel Spaß und Erfolg beim Kartoffelanbau! Die Sorte kannst du dir ganz nach deinem Geschmack auswählen. Wenn du die Möglichkeit hast mehrere Pflanzbeutel aufzustellen, dann würde ich dir auf jeden Fall eine frühe Sorte empfehlen und dann probiere einfach ein paar “besondere” Sorten aus, wie bspw. eine lila Kartoffel.
      Viele Grüße, Sandra

  2. Das ist ja wirklich eine putzige Idee, das muss ich sogar als waschechter Kerl zugeben ;-)
    Ich werde die zwar nicht anpflanzen, aber wenn ich das meiner Freundin zeige ist unser Balkon bestimmt schon bald voll mit Kartoffeln. Ich danke im Voraus!

    Liebe Grüsse
    Kayne

  3. Ist natürlich ne nette Luxusangelegenheit, denn minestens doppelt so teuer wie gekaufte Kartoffeln, der Sack Erde kostet mind. 8 Euro,
    hingegen 2 kg Kartoffeln ca. 2-3 Euro?
    Oder wieviele Kartoffelpflanzen machst Du pro Sack?

    • Sandra Antworten

      Wenn man das rein wirtschaftlich betrachtet hast du recht, aber dann dürfte man ohnehin kein Gemüse wie Kartoffeln, Möhren oder Zwiebeln anbauen. Ich pflanze pro Sack (je nach Größe) 2-3 Saatkartoffeln, sodass ich auf eine ordentliche Ernte von 4-5 Kilo komme. Übrigens kann man auch “alte” Erde verwenden und muss für die Kartoffeln im Sack nicht zwingend einen neuen Beutel Erde kaufen. Etwas Dünger oder Kompost darunter gemischt und schon hat man wieder gute nährstoffreiche Erde.

  4. Das klingt super Interessnat.
    Von der Möglichkeit habe ich bisher tatsächlich noch nie gehört! Werde ich mal ausprobieren und dann hier berichten wie es geworden ist.
    LG
    Marlis

  5. Sehr schöne Idee! Jetzt frage ich mich nur, ob man das auch mit anderen Gemüsen wie Kohlrabi oder Karotten machen kann…bestimmt, oder? :D

    • Sandra Antworten

      Ja, auf jeden Fall! Der Sack, in welchem du durch “auffüllen” das sogenannte “anhäufeln” ersetzt, eignet sich besonders gut für Knollengemüse, wie Kartoffeln, Süßkartoffeln, Topinambur oder Yacon, aber auch für andere Gemüsesorten von Kohlrabi bis Tomate :D

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